Die drei Lebensalter.

Ausschnitt aus „Die drei Lebensalter“ nach Gustav Klimt

2008

Öl auf Hartfaserplatte

65 cm x 85 cm

Gustav Klimt vollendete „Die drei Lebensalter einer Frau“ 1905 und präsentierte das Gemälde noch im selben Jahr auf der zweiten Ausstellung des Deutschen Künstlerbunds in Berlin. Auch auf der Biennale di Venezia 1910 wurde das Werk ausgestellt und fand überwältigende Anerkennung. 

Das Gemälde zeigt links im Bild eine alte Frau, die Klimt beeindruckend realistisch und ausdrucksstark gemalt hat. Sie steht deutlich abseits und in starkem Kontrast zu den anderen beiden Figuren und dem abstrakten Hintergrund. Diese Frau wurde bewusst in meiner Darstellung des Gemäldes weggelassen.

Neben der Gealterten steht eine junge Frau, gehüllt in einen Schleier. Sie scheint zufrieden, glücklich, ja unbekümmert in ihrer sanften Gelassenheit. Ihr Körper ist groß und schlank, ihre Haut hell und makellos. Das kantige Gesicht wird umrahmt von rotem Haar. In ihrem durchsichtigen, mit sinnlichen Rankenmotiven verzierten Schleier ist sie der Inbegriff der verführerischen Frau. Der Betrachter ist bezaubert von ihrer Schönheit, aber auch peinlich berührt, fühlt sich ob ihrer geschlossenen Augen wie ein unwillkommener heimlicher Beobachter. Mit den erotischen Posen seiner Frauenfiguren entfernte Klimt sich immer wieder bewusst vom klassischen Schönheitsideal und ließ verstörende Subtexte in seine Werke einfließen. Die Darstellung der jungen Mutter ist extrem stilisiert: Das gewellte Haar kontrastiert mit den weichen Formen und kräftigen Konturen ihres Körpers.

Im Arm hält sie ein schlafendes kleines Mädchen, das in seiner Haltung ganz das Ebenbild der lieblichen, tugendhaften Mutter ist. Sein kleiner Körper schmiegt sich eng in die liebevolle, schützende Umarmung. Es entsteht der Eindruck, der Herzschlag der jungen Frau habe ihre Tochter in den Schlaf gewiegt.

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