„Der Kuss“ nach Gustav Klimt
2010
Öl auf Maluntergrund
50 cm x 65 cm
Das Gemälde „Der Kuss (Liebespaar)“ von 1908/09 ist heute zweifellos Klimts bekanntestes Werk.
Ein Liebespaar, das, in kostbare goldene Gewänder gekleidet, auf einer Blumenwiese kniet, scheint vor einem unendlichen, aus einem goldenen Nebel bestehenden Kosmos zu schweben. Durch diesen mystischen Hintergrund wird die transzendente Wirkung dieses Bildes noch verstärkt.
Klimt schafft das Abbild einer vollkommenen Vereinigung von Mann und Frau, beide verschmelzen miteinander. Hier verbinden sich Mann und Frau mit Erde und Kosmos und scheinen von der Macht geleitet, die alles zusammenhält – der Liebe.
Ursprünglicher Zustand und endgültige Fassung
Vermutlich hatte Klimt bereits im Jahr 1907 mit der Arbeit am Gemälde „Der Kuss“ begonnen. Als er es im Sommer 1908 unter dem Titel „Liebespaar“ in der Kunstschau präsentierte, avancierte es sofort zur Hauptattraktion und wurde noch während der laufenden Ausstellung vom Unterrichtsministerium angekauft.
Bevor Klimt das Gemälde tatsächlich ablieferte, nahm er noch einige Veränderungen vor. Die Arbeiten erstreckten sich vermutlich bis ins Jahr 1909.
Das Bild wurde als Nächstes in der Internationalen Kunstausstellung in Rom 1911 gezeigt. Dort trug das Gemälde bereits den Titel „Der Kuss“, jene Bezeichnung, die fortan untrennbar mit dem Bild verbunden geblieben ist.
Hauptwerk von Klimts Goldener Periode
Das Gemälde ist zweifellos das bedeutendste Werk aus Klimts sogenannter Goldener Periode. In diesen Bildern entwickelte Klimt eine völlig neue, geradezu singuläre Technik, die ihm ermöglichte, echtes Blattgold hauchdünn auf die Leinwand aufzutragen.
Blattgold und Ölfarben verschmelzen zu einer Einheit und erzeugen eine prachtvoll glänzende, schimmernde Wirkung. Damit lieferte Klimt einen herausragenden, innovativen Beitrag zur Kunst des europäischen Jugendstils.
Im Gemälde „Der Kuss“ sind nicht nur die Gewänder des Liebespaares mit Blattgold überzogen, sondern auch der Hintergrund, der mittels feiner Goldplättchen als eine Art kosmischer Nebel erscheint und die Liebenden in eine gänzlich andere Realitätsebene entrückt.


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